Arbeit für Menschen
mit Erwerbseinschränkung

Gespräch mit Corinne Burk

Seit wann arbeitest du bei ConSol? 

Ich bin seit 2010 bei ConSol. Ich hatte letztes Jahr mein 10-jähriges Jubiläum.

Was gefällt dir an der Institution und an deiner Arbeit als Gruppenleiterin in der Textilwerkstatt?

Mir gefällt ConSol wegen der Vielfalt. ConSol bietet für diverse Bedürfnisse die richtige Arbeit an. Die einzelnen Betriebe können Vieles selbständig bestimmen. Man spürt, dass in allen Betrieben viel Herzblut vorhanden ist.

Ich schätze die freundschaftliche Zusammenarbeit mit meinen Arbeitskolleginnen. Was mir sehr grossen Spass bereitet ist das Anleiten und Helfen sowie die Produktion zusammen mit den Mitarbeitenden - auch wenn wir bei Grossaufträgen alle oft auf die Zähne beissen müssen.  Trotzdem geht der Humor bei uns in der Textilwerkstatt nie verloren. Es wird viel gelacht und diskutiert. Die Akzeptanz der Mitarbeitenden ist gross, jeder respektiert den andern so wie er/sie ist. Das macht Freude. Ich kann wirklich sagen, dass ich jeden Tag sehr gerne arbeiten gehe.  

Zahlreiche Produkte werden in der Textilwerkstatt auf Kundenauftrag erstellt. Welcher Auftrag ist dir in all den Jahren ganz besonders in Erinnerung geblieben? 

Mein allererster Auftrag als ich von der Wäscherei in die Textilwerkstatt gewechselt habe, liegt mir noch in den Knochen, da haben wir Schlüsselanhänger in Form von kleinen Sitzkissen gefertigt. Das war knifflig, ich weiss nicht mehr genau wie viele es waren, aber ein paar hundert schon.

Der heute abgeschlossene Auftrag wird mir bestimmt auch noch lange in Erinnerung bleiben.

Wir haben für fast 14`000 Hüte Bänder genäht und gewechselt. Das war ein sehr grosser Auftrag, das war anstrengend für alle Beteiligten, Der Bistro Betrieb hat uns unter die Arme gegriffen und alle zusammen haben wir es geschafft. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei allen Mitarbeitenden und Fachpersonen vom Bistro bedanken. 

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden im Konkreten ab?

Bei Arbeitsbeginn schauen wir gemeinsam die Tätigkeit an. Ganz oft sind es wiederholende Arbeiten - da muss nicht mehr allzu viel gesagt werden. Die Mitarbeitenden können dann daran arbeiten und wenn etwas nicht klar ist, fragen sie nach. Ich schaue öfters bei den Mitarbeitenden vorbei und erkundige mich, ob sie Hilfe benötigen. Manchmal finden wir auch miteinander den besten Weg, um etwas zu erledigen zum Beispiel bei Flickarbeiten. Wenn die Möglichkeit besteht, arbeite ich immer gerne mit. 

Und so komme ich, während wir gemeinsam produzieren, ins Gespräch mit den Mitarbeitenden und habe die Möglichkeit sie besser kennen zu lernen. Dadurch kann ich die Bedürfnisse besser verstehen und kann noch besser auf sie eingehen. Ich versuche sie stets zu unterstützen und zu fördern.

Was begeistert dich am meisten an deiner Tätigkeit?

Es ist eine sehr menschliche Arbeit. Ich freue mich, wenn die Mitarbeitenden gerne kommen und nach einem erfüllten Arbeitstag zufrieden nach Hause gehen. Oft merke ich, dass es ihnen am Feierabend viel besser geht als zu Beginn des Tages. Auch sehe ich, dass neue Freundschaften unter den Mitarbeitenden geknüpft werden – das ist schön.

Natürlich macht mir auch das kreative Arbeiten in der Schneiderei viel Spass. Ich lerne ständig dazu.

Hast du eine Ausbildung/Weiterbildung im Bereich Agogik absolviert? Wie sieht der Werdegang einer Gruppenleiterin aus?

Ich bin eine völlige Quereinsteigerin. Da in der Wäscherei «Not an Frau» war, habe ich für einen halben Tag in der Woche dort gearbeitet. Aus dem halben Tag wurden schnell 2 volle Tage. Und schliesslich war ich 7 Jahre in der Wäscherei. Ich habe immer wieder Kurse im arbeitsagogischen Bereich besucht. Mittlerweile arbeite ich seit 3 Jahren in der Textilwerkstatt. 

Wie gehst du mit den einzelnen Schicksalsschlägen der Mitarbeitenden um?

Natürlich kann mich dies auch mitnehmen und beschäftigen. Ich bin froh, dass wir uns im Team gut austauschen können und dies machen wir auch regelmässig. So ist es einfacher sich abzugrenzen.

Was ich durch meine Arbeit gelernt habe, ist Dankbarkeit und Wertschätzung.

Wie grenzt du dich von deinem Berufsalltag ab?

Ich bin viel in der Natur, auf Spaziergängen, Velo oder einfach nur am sein. In der Natur hole ich Kraft. Auch praktiziere ich täglich Yoga, dies ist meine 2. Tätigkeit. Als Yogalehrerin habe ich einen wunderbaren Ausgleich.

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"Was ich durch meine Arbeit gelernt habe, ist Dankbarkeit und Wertschätzung."


Beispiele aus unserer Textilwerkstatt