Arbeit für Menschen
mit Erwerbseinschränkung

Gespräch mit Yvonne Wyss & René Emmenegger

Was verbindet ihr mit ConSol? 

René Emmenegger: Mit ConSol verbinde ich sehr herzliche Leute, schöne Dienstleistungen und Produkte, die zu einem fairen Preis hergestellt werden. Für mich ist es ein neuer Arbeitsort. Zuvor habe ich noch nie ausserhalb des Kantons Luzern gearbeitet. Ich verbinde es mit verschiedenen spannenden Betrieben u.a. mit dem Bistro, Papier, Glas, Textil, und natürlich mit dem Office. Großartige Menschen, Offenheit, Akzeptanz gegenüber anderen oder Andersdenkenden schätze ich im Umfeld von ConSol sehr. 

Yvonne Wyss: ConSol begleitet mich seit fast 20 Jahren, was in meinen Augen für Stetigkeit steht und mich natürlich sehr freut. Das grosse Wachstum ist beeindruckend und es ist spannend zu sehen, wie sich die Betriebe permanent weiterentwickeln. Besonders im Office sehe ich deutliche Veränderungen, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind. 

Was beeindruckt euch am meisten an ConSol?

Yvonne: Seit Beginn bin ich vom unvoreingenommenen Umgang der Mitarbeitenden so fasziniert. Ich habe das Gefühl, sie respektieren und unterstützen sich gegenseitig. Der respektvolle und wertschätzende Umgang leistet einen grossen Beitrag zu dem angenehmen Arbeitsklima. Ich erlebe es als sehr familiär, da alle die Möglichkeit haben, ihren Platz zu finden. 

René: Das Miteinander, dass nicht nur das Office für sich arbeitet, sondern mit den anderen Betrieben zusammenspannt. Aktuell ist das Textil stark ausgelastet und wird von Mitarbeitenden aus allen Betrieben unterstützt. Wir werden anfangs April einen grossen Auftrag erhalten, wobei wir auf die Aushilfe von unseren Kollegen angewiesen sind. Es freut mich sehr, dass man sich gegenseitig ohne Diskussion unter die Arme greift. 

Was waren eure Beweggründe, das Office als Co-Leitung zu übernehmen?

René: Der ausschlaggebende Punkt für mich war, dass Yvonne mitgezogen hat. Durch unsere ähnliche Denkhaltung harmoniert die Zusammenarbeit seit Beginn äusserst gut. Wäre Yvonne nicht hinter mir gestanden, hätte ich die Chance wohl nie ergriffen. Ein weiterer beachtenswerter Punkt sind unsere Fachleute. Mit dem ganzen Team gelangen wir an ein grosses Fachwissen in verschiedenen Bereichen. Sei dies in der Buchhaltung, im Mailing oder im Grafischen – die Personen sind vom Fach. Wie Yvonne bereits erwähnt hat, steckt in unseren Mitarbeitenden unglaubliches Potenzial. Es bereitet uns viel Freude, Neues zu probieren und zusammen den besten Weg zu gehen.

Yvonne:  Aufgrund eines internen Wechsels von Franziska Knecht, der bisherigen Leitung vom Office, wurde kurz nach Renés Start die Position der Betriebsleitung frei. Es war interessant, gemeinsam eine Auslegeordnung erstellen zu dürfen. Schnell kamen wir auf den gemeinsamen Nenner, dass René und ich vergleichbare Vorstellungen von Betriebsführung haben. Wir ergänzen uns gegenseitig und haben Spass an der Arbeit, Lust den Betrieb eine Zeit lang zusammen zu managen und fördern. Natürlich ist diese Chance zugleich eine grosse Herausforderung. Ich bin froh, dass wir uns gemeinsam für diese Variante entscheiden konnten und jetzt schon mittendrin sind. Es ist eine spannende Erfahrung, Einfluss auf die Entwicklung und Prozesse zu nehmen, unterstützt von einem wirklich großartigen Team.

Was sind eurer Meinung nach die Vor- und Nachteile einer Co-Leitung? 

Yvonne: Es benötigt konsequente saubere Absprachen und gegenseitiges Vertrauen. Nur dadurch erlangen wir eine gemeinsame Haltung, die wir auch gegen aussen vertreten. Es benötigt die Fähigkeit, kontroverse Meinungen zu diskutieren und offen sein dafür, wenn es nicht nach der eigenen Vorstellung läuft. Solch einen Konsens zu finden ist eine Herausforderung. 

Es ist ein Gewinn, dass René mich in vielen Bereichen optimal ergänzt. Durch seine junge, frische und dynamische Art bringt er frischen Wind in das Büro. Dabei habe ich die Chance, meine teilweise altbackene Meinung zu revidieren. Als grossen Vorteil sehe ich die geteilte Verantwortung für einen so grossen Betrieb. Man wächst zusammen in eine Funktion, welche wie erwähnt, ursprünglich nicht auf unserem Karriereplan gestanden hat.

René: Dem kann ich mich nur anschliessen. Nachteile gibt es in diesem Sinn nicht - Herausforderung ist das richtige Wort. Das sind die bereits von Yvonne erwähnten Punkte. Auch in meinen Augen ist es ein grosser Vorteil, wenn wichtige Entscheidungen zu zweit diskutiert und gefällt werden können. Miteinander finden wir die bestmöglichen Optionen für das Office. 

Ich kann enorm von Yvonnes Erfahrung profitieren. Sei dies was ConSol selbst betrifft, oder auch in allgemeinen Belangen. Da dies meine erste Führungsposition ist, kommt mir die jahrelange und fundierte Erfahrung von Yvonne sehr entgegen. 

Welche Eigenschaften zeichnen euch aus, um den Betrieb zu leiten? Wie beschreibt ihr euch als Führungspersonen?

René: Sehr kooperativ. Wir binden die Fachpersonen möglichst in unsere Gedanken, Ideen und Entscheide mit ein. Im Endeffekt tragen wir die Verantwortung, dennoch möchten wir die Meinungen unserer Fachpersonen bei Entscheidungen berücksichtigen. Auch Wünsche und Anliegen der Mitarbeitenden nehmen wir uns zu Herzen. 

Wir lassen unsere Fachpersonen und Mitarbeitenden möglichst selbstständig arbeiten. Die Fachpersonen haben die Freiheiten, Dinge zu entscheiden und zu gestalten.

Yvonne: Was uns auszeichnet, ist die starke Identifikation mit dem Unternehmen ConSol. Ich stehe hinter diesem Unternehmen und versuche das nach allen Seiten so zu vertreten. Die Arbeit bereitet mir noch immer eine Riesenfreude. Als Arbeitsagogin schätze ich den Umgang im Team. Die Weiterentwicklung der Menschen sowie des gesamten Unternehmens liegt mir sehr am Herzen. Für unser Fachpersonal und die Mitarbeitenden habe ich jederzeit ein offenes Ohr. Dabei ist es wichtig, die Sicht auf das Ganze zu behalten. Zugleich bin ich mit mir selbst ziemlich streng unterwegs und stelle hohe Ansprüche. Diese Eigenschaft kommt in der Co-Leitung wieder mehr zum Ausdruck. Da wünschte ich mir etwas mehr Gelassenheit. Auch das zeichnet eine gute Führungsperson aus. Trotz allem Trubel möchte ich an dieser Stelle erwähnt haben, dass eine gute Portion Humor bei uns definitiv nicht zu kurz kommt.

René: Ja, bei uns ist Lachen schon ein wichtiger Punkt. Das gehört zur Arbeit. Bei aller Ernsthaftigkeit, welche uns täglich begleitet, ist Humor ein sehr wichtiger Punkt.

Wie erreicht ihr, dass euer Fachpersonal und die Mitarbeitenden ihr Bestmögliches geben?

 René: Indem wir mit gutem Beispiel vorangehen und mit Freude und Motivation zur Arbeit erscheinen. Wir geben das Vertrauen weiter, sei es den Fachpersonen oder den Mitarbeitenden. 

Yvonne: In meinen Augen ist transparente Kommunikation sehr wichtig. Wir schenken unserem Fachpersonal viel Vertrauen und übergeben ihnen Verantwortung. Trotzdem sollen sie wissen und spüren, dass wir ihnen immer den Rücken stärken. Wir möchten, wenn immer möglich, Fachpersonen und Mitarbeitende in wichtige Entscheidungsprozesse einbeziehen.  

René: Das Fördern des Wir-Gefühls ist ein wichtiger Punkt. Mit den Fachpersonen treffen wir uns regelmässig zu Teamanlässen ausserhalb der Arbeitszeiten. Um nicht nur auf den Austausch bei der Arbeit reduziert zu sein, steigern wir durch den privaten Austausch die Stimmung im Team.

Ihr habt euch vor Kurzem für eine Du-Kultur im Office entschieden. Was waren eure Beweggründe dafür? Welche Reaktionen kamen seitens der Mitarbeitenden?

René: Salopp gesagt: Ich habe viel zu oft «Herr Emmenegger» gehört. Das war ich nicht gewohnt (lacht). Im Hinblick auf eine moderne Unternehmensführung war dies bei uns noch ein uralter Zopf. Grössere Firmen in der Privatwirtschaft haben bereits auf die Du-Kultur gewechselt. Diese Kultur wollten wir auch im Office einführen, um Distanz zu reduzieren und die Hierarchie abzuflachen. Seither ist es kollegialer und noch familiärer. Wir haben grösstenteils positive Rückmeldungen erhalten und spüren im Allgemeinen eine gute Stimmung. Wir akzeptieren natürlich den Wunsch derjenigen Mitarbeitenden, welche weiterhin gesiezt werden möchten.

Yvonne: René hat grade das Wort verwendet, das ich ganz stark im Kopf habe. Für mich war «das Sie» ein alter Zopf. Respekt erlangt man nicht durch eine «Sie-Kultur». Der Respekt im Umgang zeigt sich in anderen Dingen. Nun fahren wir nicht mehr mit dem «Sonderzügli», sondern haben uns den anderen Betrieben angepasst.

Welche Themen werdet ihr in naher Zukunft noch in Angriff nehmen? 

Yvonne: Wir befinden uns mitten in einem OE-Prozess (Organisations-Entwicklungs-Prozess). Seit dem letzten Jahr arbeiten wir extern begleitet an vielen Zielen und Umsetzungsmassnahmen. Als eines der Ziele haben wir uns mehr Wahrnehmung in der Umgebung, der Zuger Bevölkerung sowie über die Kantonsgrenzen hinaus gesetzt. Das Bistro und das ConSol Glas haben bereits einen grossen Bekanntheitsgrad. Wir möchten, dass auch das Office als moderner Betrieb auftritt. Des Weiteren sind wir dabei, die agogischen Kompetenzen der Fachpersonen zu fördern. Wir unterstützen sie bei den entsprechenden Weiterbildungen.

René: Wichtig ist die Qualität der Arbeit. Wir sind bemüht unsere Kundenaufträge mit hoher Qualität zu liefern. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, doch es gibt noch etwas Luft nach oben. Fehler dürfen passieren, doch sie müssen auf ein Minimum reduziert werden. 

 Gibt es bereits langfristige Ideen?

Yvonne: Wir haben uns einiges auf die Fahne geschrieben, was kurz- und mittelfristig ist. Daher bin ich überzeugt, dass aus denen langfristigen Themen entstehen. Doch ich hätte Mühe, jetzt etwas zu benennen. 

René: Wir konzentrieren uns vorerst auf die nahe Zukunft, bevor wir zu weit vorausplanen. Es werden sich automatisch langfristige Ziele entwickeln. 

In welchen Bereichen erkennt ihr die grössten Herausforderungen?

René: Als grosse Herausforderung steht momentan der auf uns zukommende Umzug im Fokus. Dazu überarbeiten wir zugleich die Arbeitsstrukturen und befassen uns mit dem Personalbedarf. Es resultieren automatisch weitere Fragen aus dem Projekt Umzug.

Yvonne: Das Jonglieren mit den Ressourcen und Arbeitszeiten ist eine Herausforderung. Mit den getroffenen Massnahmen sind wir auf einem guten Weg. Auch das Erreichen der Umsatzziele wird aktuell aufgrund von Covid beeinflusst. Auch personell spüren wir die aktuelle Lage stark. Wir schützen unsere Mitarbeitenden wo möglich mit Home-Office. Diesen Anliegen und zum Teil auch berechtigten Wünschen gerecht zu werden, das ist eine grosse Herausforderung. 

Wie sieht eure Bilanz nach den ersten zwei Monaten aus? 

 Yvonne: Voll auf Kurs und mittendrin. 

René: Ja, das ist sehr passend. Viele Massnahmen sind bereits umgesetzt worden, andere stehen in der Pipeline. Ich habe das Gefühl, dass ein neuer Groove entstanden ist. Man spürt, dass alle zusammen mitziehen, Mitarbeitende und Fachpersonen. Das stimmt uns sehr zuversichtlich und macht Freude für die Zukunft. 

 

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"Was uns auszeichnet, ist die starke Identifikation mit dem Unternehmen ConSol."

"Bei aller Ernsthaftigkeit, welche uns täglich begleitet, ist Humor ein sehr wichtiger Punkt."