Arbeit für Menschen
mit Erwerbseinschränkung

Im Gespräch mit Kinderliedermacher Andrew Bond

Die erste Zusammenarbeit zwischen Andrew Bond und ConSol liegt schon mehr als ein Jahrzehnt zurück. Seit einigen Jahren produzieren verschiedene Betriebe von ConSol jährlich die stilvollen und kindgerechten GiveAways für die kleinen Besucherinnen und Besucher von Bonds MärliMusicalTheater. Wir haben uns kurz vor der Adventszeit mit dem Wädenswiler Kinderliedermacher rund um die Zusammenarbeit und das Thema Weihnachten unterhalten.


Herr Bond, wir stehen kurz vor dem 1. Adventswochenende. Sind Sie schon etwas in Vorweihnachtsstimmung?

Absolut. Wir beginnen bereits Ende November mit den Konzertproben und spätestens dann steigt das Adventsfieber, das ich liebe.


Ihre ersten Kontakte zu ConSol liegen schon eine ganze Zeit zurück…

Die liegen eine gefühlte Ewigkeit, sicher mehr als zehn Jahre zurück. Es begann mit der Auslieferung der Bestellungen von unserem Webshop, die wir noch zu Zeiten von Geni Staub ins ConSol Office ausgelagert hatten. In dieser Phase waren wir fast täglich im Kontakt und sehr freundschaftlich unterwegs.


Seit vielen Jahren darf ConSol für Ihr MärliMusicalTheater die GiveAways für die Kinder mit produzieren und herstellen. Was hat Sie bewegt, erneut mit ConSol zusammenzuarbeiten?

Ich lernte ConSol durch Jörg Rüdiger kennen, der euch ja in Sachen Marketing und Web begleitet und auch für mich arbeitet. Als dann beim MärliMusicalTheater die Ideen bzgl. eines GiveAways entstanden, erinnerte er mich an die grosse Vielseitigkeit der Angebote in den verschiedensten Betrieben von ConSol. Und so ist die Zusammenarbeit wieder aufgeflammt. Das erste Give-Away war 2012 für das MärliMusical «Tom Träumer» ein Traumtaler aus Fimo, der geformt, geprägt und gebacken werden musste, in einem Filzsäckli eingepackt und mit einer Anleitung versehen war. Und das mit einer Auflage von 16'000 Stück. Einige bei uns dachten, der Andrew spinnt, das kriegt doch niemand hin. Aber ConSol schaffte das.


Aktuell tourt Ihr neues MärliMusical «Heidi, wo bisch du dihei?» quer durch die Schweiz. Als aktuelles GiveAway durften wir dieses Jahr eine Holzfeder produzieren. Welche Idee steckt dahinter?

Der Alpöhi schnitzt in unserem Musical vor seiner Hütte Adlerfedern aus Holz. Er selber identifiziert sich mit den königlichen Adlern, die ihre Horste weit über dem Tal bauen und abgehoben sind vom Lärm der Täler. Für Heidi symbolisieren die Federn Mut und Kraft und den Glauben an gute, innere Kräfte. Sie gibt all dies mit der Feder weiter an Geissenpeter und am Ende der Geschichte auch an Klara, die mit der Holzfeder in der Hand «fliegen» lernt, also den Mut findet, auf ihren eigenen Beine zu stehen.


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Andrew Bond zählt heute mit über 750‘000 verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Kinderliedermachern und Musikern der Schweiz. Auch wenn ihn vielleicht der eine oder andere Erwachsene nicht oder noch nicht kennt: die Kinder kennen und singen seine Lieder dafür in- und auswendig.

Aus den meisten Familienstuben, Kindergärten und Schulzimmern der Deutschschweiz sind seine einfühlsam getexteten und melodiösen Kompositionen heute nicht mehr wegzudenken. Entsprechend haben sich einige seiner CDs wie «Zimetschtern han i gern», «Suneschtraal tanz emaal», «Schternefeischter» oder auch «Mitsing*Wienacht» zu wahren Klassikern entwickelt.


Wir verlosen für das Mitsing*Konzert am Montag, 23. Dezember, 17 Uhr zwei Familientickets (für 2 Erwachsene / 2 Kinder). Senden Sie für Ihre Teilnahme eine E-Mail mit dem Betreff «Verlosung Andrew Bond» sowie Ihrem Namen, Vornamen, Tel.nummer und Mailadresse bis 6. Dezember 2019 an info@consol.ch >>>  Die Gewinner werden von uns schriftlich benachrichtigt. Wir wünschen Ihnen viel Glück beim Wettbewerb.



Sie haben in den letzten zwei Jahrzehnten das Schweizer Liedgut rund um Advent, Samichlaus und Weihnachten entscheidend mitgeprägt. In fast allen Deutschschweizer Kitas, Kindergärten, Primarschulen und Kirchen werden zurzeit Ihre Lieder gesungen. Wenn Sie daran denken, was löst das in Ihnen aus?

Dass sich meine Lieder selbständig machen und ohne mich an vielen Orten leben, ist für mich die eine wunderschöne Vorstellung, die mich wirklich tief freut. Und zwar ist es für mich, als wäre ich persönlich als Zaungast in ganz vielen Schul- und Familienstuben mit dabei, wenn Menschen singen und feiern. Ist doch schön, oder?


Sie komponieren Kinderlieder zu verschiedensten Themen. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, dass Sie gerade rund um Weihnachten bzw. zum Thema Weihnachten eine so gefragte Person sind?

Ehrlich gesagt ist es an Weihnachten gar nicht so anders als sonst unter dem Jahr. Aber an Weihnachten gibt es natürlich deutlich mehr Anlässe, an denen Menschen miteinander singen und deswegen sind wohl unsere Weihnachtslieder und -bücher gefragter als sonst. Das zeigt sich auch daran, dass meine erste CD «Zimetschtern han i gern» jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit in die Musik-Charts auf den ersten Plätzen auftaucht, obwohl sie nun fast schon zwanzig Jahre alt ist. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich probiere, Weihnachten undogmatisch und ohne Kitsch, aber dennoch mit einer feierlichen Tiefgründigkeit zu besingen und zwar in einer möglichst lebensfrohen und kindergerechten Weise.


Weihnachten ist heute eingehüllt in eine gigantische Konsumwolke. Dringt da die eigentliche weihnächtliche Botschaft überhaupt noch durch?

Ich glaube, die meisten Menschen haben sich einerseits daran gewöhnt bzw. einen gangbaren Weg gefunden und andererseits habe ich den Eindruck, die schlimmsten Exzesse seien seltener geworden. Ich mag es dem Detailhandel gönnen, dass gegen Ende des Jahres gute Umsätze gemacht werden. Ich schätze die Stimmung an Weihnachtsmärkten, auch wenn sie sich sehr gleichen. Und es gibt wirklich ganz viele Menschen in Kirchgemeinden, Schulen, Vereinen und Familien, die Weihnachten mehr Sinn geben möchten als nur den Konsumrausch. Diesen Menschen helfen wir mit unseren Ideen, Geschichten und Liedern sehr gerne. Nie im Jahr sind Klavier- und Orchesternoten oder Singspiele gefragter als für Weihnachten. Das Bedürfnis nach Hilfsmitteln für das gemeinsame Singen und Feiern ist also riesengross und das finde ich wunderbar.


Sie haben einige bekannte Weihnachtslieder mit neuen Texten versehen; Ihre Mitsing*Konzerte beleuchten die Weihnachtsgeschichte immer wieder aus einer anderen Perspektive. Ist diese zeitgerechte Anpassung notwendig, um die weihnächtliche Botschaft noch vermitteln zu können?

Die Menschheit kennt viele Geschichten, die jede Generation für sich in seiner eigenen Sprach- und Umwelt erzählt. Insofern: Ja, ich passe sie nicht an, sondern ich passe sie ein – etwa so wie ich in unserem über 400-jährigen Bauernhaus heute Internet habe.

Und was ist denn genau diese Weihnachtsbotschaft? Wenn ich die Legende von Bethlehem vor Augen habe, dann steckt sie voller kleiner und grosser Pointen. Ausgerechnet die Hirten, die damals nicht als Zeugen vor Gericht aussagen durften, sind sie ersten Zeugen der Geburt von Jesus. Da steckt viel Zündstoff drin oder dass der Sohn Gottes nicht in einem Prunkbau geboren wird. Egal, was damals wirklich geschehen ist, die ersten Christen wollten solche Botschaften über Gerechtigkeit und den Wert aller Menschen verbreiten. Und ich versuche, nahe bei der Geschichte ganz kleine, einfache Pointen herauszuschälen und dies alles mit einer musikalischen Sprache zu fassen, mit der ich auch alles andere beschreibe, wie zum Beispiel das Leben auf dem Bauernhof oder die Feuerwehr.


Sie arbeiten primär mit Kindern. Wie hat sich das Thema Weihnachten aus der Sicht der heutigen Kinder im Vergleich zu Ihrer Kindheit verändert?

Ich glaube nicht gross. Klar, ich bin selber in Afrika und England grossgeworden. Da ist einiges kulturell anders. Aber die kribbelnde Vorfreude, das Eintauchen in diese magische Zeit, die Freude an Wienachtsguetzli, am Krippenspiel, an den Kerzen etc. all das ist geblieben.


Ihre Mitsing*Wienacht-Konzerte in Horgen finden bereits zum 18. Mal jeweils kurz vor dem Weihnachtsfest statt, innert Kürze sind die meisten Konzerttermine ausverkauft und das ohne grosse Werbung. Wie machen Sie das?

Für ganz viele Familien wie auch für mein Team und die Musiker sind die Konzerte mittlerweile ein unverzichtbarer Teil der Weihnachtsfeierlichkeiten. Das bezeugen uns auch jedes Jahr Dutzende E-Mails und Karten. Wir versuchen an den Konzerten, nicht frontal eine Show zu präsentieren, sondern einfach gemeinsam mit allen Anwesenden und vor allem auch mit den Kindern, die grösstenteils verkleidet erscheinen und auf einer Vorbühne auftreten dürfen, fröhlich, beschwingt und doch ernsthaft zu feiern und gemeinsam zu singen.


Wie werden Sie persönlich das diesjährige Weihnachtsfest verbringen?

Am Heiligabend feiern wir beschaulich in den Bergen mit der Familie meiner Frau und am 26. Dezember kommt unsere englische Sippe zum Truthahnessen zusammen. Ich bin der Koch und freue mich darauf. Geschenke haben wir abgeschafft – was ich persönlich ehrlich gesagt ein bisschen schade finde (lacht!).


Herr Bond, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Ihren kommenden weihnächtlich-musikalischen Auftritten.