Arbeit für Menschen
mit Erwerbseinschränkung

Im Gespräch mit Sabine Fersch

An der ConSol Jahresversammlung vom 21. Mai 2019 wurde Sabine Fersch neu in den Vorstand gewählt. Sie ersetzt Barbara Strub-Weideli aus Oberägeri, welche nach 11 Jahren als Vorstandsmitglied zurückgetreten ist. Wir haben uns wenige Wochen nach der Ernennung mit Sabine Fersch unterhalten. (Interview: Jörg Rüdiger)

Frau Fersch, was hat Sie in den Vorstand von ConSol geführt?

Urs Brütsch, den ich vom Lehrstellen-Tandem in Zug kenne, hat mich angefragt, ob ich grundsätzlich Interesse hätte, im Vorstand von ConSol mitzuwirken – da sie zurzeit eine Nachfolgerin von Barbara Strub suchen. Da ich ConSol schon länger sehr gut kenne und sehr schätze, war ich von Anfang an offen für diese Anfrage. Wir haben dann im nächsten Schritt genauer angeschaut, was diese Aufgabe umfasst, welcher Aufwand das bedeutet und was die konkreten Erwartungen seitens des Vorstands sind. Schlussendlich bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich diese Anfrage sehr gerne annehme und für die Aufgaben und den erforderlichen Aufwand bereit bin.

Was hat den Ausschlag für diese Zusage gegeben?

Da waren sicherlich die persönlichen Beziehungen ausschlaggebend und auch meine emotionale Verbundenheit zu ConSol. Es war für mich in den vergangenen Jahren spannend zu verfolgen, wie ConSol insgesamt gewachsen ist, das Office immer grösser wurde und neue Betriebe dazugekommen sind. Das ist schon eine sehr beeindruckende Entwicklung.

D.h. der Bezug hat den Ausschlag gegeben?

Der Bezug, aber auch die Aufgabe bzw. der Auftrag von ConSol – das überzeugt mich sehr.

Sie haben gesagt, dass Sie ConSol schon länger kennen?

Ja, genauer gesagt seit 2003. Ich weiss das noch so genau, weil wir damals von dem Unternehmen aus, in dem ich die Geschäftsführung übernehmen durfte, einen Auftrag ans ConSol Office vergeben haben. Und seither ist eigentlich der Draht zu ConSol nie abgerissen. Ich habe immer mal wieder mit den verschiedenen Betrieben zu tun und stehe auch mit einzelnen Mitarbeitenden in Kontakt.

Haben Sie schon ein spezielles Ressort übernommen?

Es gibt natürlich im ConSol Vorstand verschiedene Ressorts, aber ich habe bisher noch keines übernommen. Ich gebe mich gerne mit meinem ganzen Know-how, meinen Erfahrungen und dem Netzwerk ein und unterstütze wo ich kann.

Sie sind noch in einem anderen Vorstand aktiv. Was braucht es Ihrer Meinung nach an Voraussetzungen für ein solches Amt?

Ich sage immer: Es braucht schon etwas «Feldkenntnis», d.h. man sollte wissen, was die Organisation oder Institution im Kern macht, welcher Auftrag verfolgt wird, welche Angebote, welche Produkte. Zweitens braucht es den persönlichen Willen, sich zu engagieren und einzubringen. Und als dritter Aspekt sind sicherlich allgemeine betriebswirtschaftliche und Unternehmensführungskenntnisse hilfreich. Man sollte sich meiner Meinung nach immer im Voraus sehr gut überlegen, ob man so ein Amt annehmen will und es auch ausfüllen kann.

Wie ist die Zusammenarbeit im ConSol Vorstand?

Das ist eine schwierige Frage, da ich erst an einer Sitzung kurz teilgenommen, an dieser mich vorgestellt habe und an der nächsten gewählt worden bin. Ich habe es aber so verstanden, dass neben der Zusammenarbeit im Vorstand an sich die Anfragen seitens der Geschäftsführung ganz konkret an die jeweiligen Vorstandsmitglieder gestellt werden, wenn Bedarf da ist oder Input gewünscht wird.

Anders gefragt: Wie haben Sie den Vorstand an dieser einen Sitzung erlebt?

Es war für mich deutlich spürbar, dass sich jede und jeder einzelne engagiert und dass ConSol für alle ein Herzensanliegen ist – und das macht den Vorstand sehr sympathisch.

Entsprechend haben Sie auch noch keine Ideen, was Sie im Vorstand bewirken möchten?

Diese Frage kommt auch noch ein bisschen früh. Aber ConSol gibt Menschen, die beeinträchtigt sind und nicht die gleichen Voraussetzungen mitbringen, eine Chance im Arbeitsmarkt. Und wenn ich zu dieser Aufgabe meinen Beitrag leisten kann, ist das für mich ein grosses Anliegen. Ich persönlich komme aus dem Aus- und Weiterbildungsbereich und ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, Menschen diese Chance zu geben und sie dabei zu unterstützen. Aus der gleichen Motivation bin ich seit gut sieben Jahren in einem Netzwerk tätig, das Menschen unterstützt, die sich beruflich neu orientieren müssen.
Auf der anderen Seite bin ich ursprünglich gelernte Volkswirtin und denke, dass ich auch im unternehmerischen Bereich Unterstützung bieten kann, damit sich ConSol und die Menschen darin weiter in einem gesunden Umfeld entwickeln können.

Was genau machen Sie als selbstständige Unternehmerin?

Ich biete Persönlichkeits-, Team- und Unternehmensentwicklung an. Und das mache ich mit meinem Rucksack, d.h. aus meiner unternehmerisch-betriebswirtschaftlichen Sicht dreht sich dabei alles eher um die «hard factors» sowie das Management und auf der Entwicklungs- und Prozessseite betrachte ich die «soft factors», denn schlussendlich arbeiten in allen Unternehmen Menschen, welche Ideen haben, diese entwickeln und umsetzen. Und das mache ich einerseits alleine oder – wenn es der Auftrag erfordert oder zulässt – sehr gerne auch im Team wie z.B. bei der Begleitung eines Managements von mehreren Personen. Dann ziehe ich gerne Kolleginnen und Kollegen aus meinem Netzwerk hinzu.

Frau Fersch, vielen Dank für das Gespräch und einen guten Einstieg im Vorstand und bei ConSol.

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«ConSol gibt Menschen, die beeinträchtigt sind und nicht die gleichen Voraussetzungen mitbringen, eine Chance im Arbeitsmarkt. Ich persönlich komme aus dem Aus- und Weiterbildungsbereich und ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, Menschen diese Chance zu geben und sie dabei zu unterstützen.»


Zur Person

Sabine Fersch ist wohnhaft in Baar und führt eine eigene Beratungsfirma im Bereich Persönlichkeits-, Team- und Unternehmensentwicklung mit speziellem Fokus auf Veränderungs- und Führungsthemen (Mehr Infos >>>). Seit Mai 2019 ist sie Mitglied im ConSol Vorstand.